Kreativwirtschaft in Ghana: Die Erfolgsgeschichte einer Designerin

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In Ghana leben unzählige talentierte Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich mittlerweile mit ihrem Können einen Namen in der Kreativwirtschaft machen.

Grafikdesign ist eine Kunst, Ideen und persönliche Erfahrungen mit visuellen und typografischen Inhalten zu verbinden, dabei jedoch leider noch eine Branche, in der nur sehr wenige ghanaische Frauen Arbeit finden.

Karen Oku hat eine mutige Entscheidung getroffen: Seit der Schulzeit verfolgt sie ihre Liebe für die Kunst und behauptet sich heute als Grafikdesignerin und Illustratorin auf dem hart umkämpften Markt in der pulsierenden Metropole Accra.

Warum wir dir Karen vorstellen möchten?  Aus dem einfachen Grund: Einige unserer brandneuen Verpackungsdesigns wurden von Karen entworfen.

Im August 2019 hatten wir während einer Ghanareise die Möglichkeit, Karen zu besuchen. Sie gab uns einige interessante Einblicke in die Kreativbranche, in ihre Erfolgsgeschichte und in ihr Leben als Grafikdesignerin in einer noch sehr von ihren männlichen Kollegen dominierten Branche.

Unten ist ein exklusives Interview von fairafric mit Karen Oku:

1. Könntest Du uns sagen, wann und wie Du zu diesem Beruf gekommen bist?

Karen: Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für Kunst. Ich liebte es schon immer, zu zeichnen und zu basteln. Schon in der High School war mein Fokus Bildende Kunst, was letztendlich zu meinem Studium des Kommunikationsdesigns an der Universität führte.

2. Warum hast Du Dich für diesen kreativen Weg entschieden?

Ich liebe das, was ich tue und es ist erfüllend, sich durch Design ausdrücken zu können. Ich glaube, dass wir alle eine Leidenschaft haben sollten für das, was wir tun und hart arbeiten sollten, um erfolgreich zu sein.

3. Könntest Du uns etwas über die Schwierigkeiten erzählen, mit denen Du in dieser Branche zu kämpfen hast?

Es gibt die allgemeine Denkweise, dass das Fach Kunst “einfach” und für Studenten sei, die keine guten Noten hatten. Das führte dazu, dass mein Job von Menschen und Kunden, die ihn für einfach halten, nicht wertgeschätzt wurde, ohne Rücksicht auf all mein langjähriges Studieren und meine Erfahrungen. Dann gibt es auch noch die Kunden, die unentschlossen sind und das Gefühl haben, meinen Job besser zu kennen als ich. Diese wollen natürlich nur das Beste, aber dann nicht bezahlen. Verrückte Fristen einhalten und sich mit externen Faktoren auseinandersetzen müssen, die außerhalb meines Einflusses liegen, das gehört zu meinem Job dazu.

4. Was bedeutet es, eine Designerin in Ghana zu sein?

Es ist ein von Männern dominiertes Gebiet und Frauen werden manchmal als nicht stark genug für Jobs angesehen, die einen Einsatz rund um die Uhr erfordern oder die Nachtschichten einfordern. Die Leute sind skeptisch, bis sie dann Deine Arbeit sehen. Designerin zu sein bedeutet für mich, Liebe und Leidenschaft dafür zu empfinden, was ich mache.

5. Wovon lässt Du Dich inspirieren (für Deine Arbeiten/Designs)?

Ich  habe unzählige Inspirationsquellen –  je nachdem, an welchem Projekt ich arbeite. Dazu gehören das Internet (Design-Inspirationsseiten wie Behance und Pinterest), die ghanaische Kultur und einfach meine Beobachtungen in der Natur.

6. Was begeistert Dich an Deiner kreativen Karriere?

Ich mag die Vielseitigkeit und dass ich in der Lage bin, alles, was ich will, frei zu gestalten, indem ich es einfach ausprobiere. Ich fordere mich selbst sehr heraus und lerne und wachse jeden Tag.

7. Gibt es einen Ratschlag für junge Frauen, die eine Karriere in der Kreativwirtschaft anstreben?

Folge als erstes Deiner Leidenschaft und Deinem Herzen. Sobald Du liebst, was Du tust, wirst Du nicht mehr damit ringen, weil alles einfach und natürlich auf dich zukommt. Wenn Du dazu in der Lage bist, kannst Du deine Ziele erreichen.

Karens Video Interview: