Die Welt des Tees: Teehandel weltweit und in Tansania

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Na? Heute schon eine Tasse Tee getrunken? Die Wahrscheinlichkeit, dass du diese Frage mit einem enthusiastischen „Ja!“ beantwortest, ist gar nicht so gering. In Deutschland konsumiert nämlich jede*r Fünfte täglich Tee. Da in unseren Breitengraden derzeit die Teeherstellung (noch – Achtung Klimawandel!) nicht möglich ist, muss auf den Import von Tee aus aller Welt zurückgegriffen werden. Aus insgesamt 63 Ländern importiert Deutschland jährlich mehr als 53.000 Tonnen.

Tee ist derzeit beliebter denn je! 2018 erreichte die Herstellung von Tee einen neuen Rekord „Nach Wasser ist Tee weltweit das mit Abstand am meisten konsumierte Getränk“, bestätigt Maximilian Wittig, Geschäftsführer des Deutschen Teeverbandes. Auch Tansania will als zweitgrößte Teeproduktion Afrikas hinter Kenia ihre Teeherstellung vorantreiben. Dabei wir oft zu drastischen Mitteln wie der verstärkte Einsatz von Pestiziden oder die Ausbeutung von Plantagen und deren Arbeiter*innen zurückgegriffen. Wir werfen im Folgenden einen kurzen Blick auf die Geschichte des Teehandels und dessen Strukturen weltweit und in Tansania. Dabei werden wir auch besonders auf faire Alternativen in der Herstellung von Tee eingehen und mit einer Produzentin vor Ort sprechen.         

Hintergrund des Teehandels – Geschichte, Teeherstellung und Handelsstrukturen

2780 v. Chr. wurde in China die belebende Wirkung der Teeblätter entdeckt und so begann langsam die Herstellung von Tee und dessen Siegeszug – zuerst in Richtung Westen und dann durch die ganze Welt. Bereits 2000 v. Chr. profitierte China mit dem Handel von Tee – vor allem durch die Einführung der Teesteuer. Schon dieser frühe Teehandel Chinas funktionierte nach den Regeln der globalen Marktwirtschaft, die durch den Wettbewerb bestimmt wird. Heute findet die Teeherstellung in 52 Ländern der Welt statt – vorwiegend in Asien, Afrika und Südamerika. Die ersten acht Teenationen produzieren etwa 90 % der gesamten Tee-Produktionsmenge; dabei liegt China mit 35 % noch immer an einsamer Spitze.

Wie wird denn jetzt Tee genau hergestellt? Die Teeherstellung durchläuft weltweit einen ziemlich ähnlichen Verarbeitungsprozess. In fünf Phasen findet die Verarbeitung der Teeblätter statt. Nachdem die Teeblätter gepflückt worden sind, werden diese für zehn bis 20 Stunden gleichmäßig auf langen Gestellen “gewelkt”. Beim anschließenden Rollen werden Blattzellen aufgebrochen, sodass der Zellsaft austreten kann. Dieser oxidiert dann bei der Fermentation und trocknet an die Blätter. Oft werden die Blätter noch mit Heißluft zusätzlich getrocknet und anschließend sortiert und verpackt.

Auf dem afrikanischen Kontinent weist Tansania nach Kenia die größte Teeherstellung Afrikas (über 100.000 Tonnen im Jahr) auf. Teeherstellung zählt zu den Hauptzweigen der Agrarproduktion in Tansania. Erstmals wurde hier 1902 von deutschen Siedlern in sehr kleinem Maßstab Teeblätter verarbeitet. Der kommerzielle Anbau von Tee begann in den 1920er-Jahren durch die Briten. Nachdem Tansania die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt hatte, verstaatlichte die neue Regierung die meisten Teefabriken und einige Teeplantagen. Dies führte zu einem Verfall vieler Fabriken, die somit dem Druck des Weltmarktes nicht mehr standhalten konnten.

Wie funktioniert der Teehandel heute weltweit und in Tansania

Konventionell hergestellter Tee hat einen bitteren Beigeschmack: Pestizidbelastung und Ausbeutung auf den Plantagen gehören bei der Teeherstellung leider zum Alltag. Tansania will durch die weltweit steigende Nachfrage nach Tee in den nächsten fünf Jahren laut ihres Industrialisierungsplans ihre Teeproduktion steigern. Außerdem soll der Teehandel durch die Errichtung von eigenen Teeauktionen vorangetrieben werden. Beispielsweise hat Unilever Tea Tansania Ltd (UTT) im Süden Tansanias eine Verarbeitungsfabrik im Wert von 8 Millionen Dollar errichtet und unterstützt die Bauern mit besten Produktionspraktiken, Setzlingen, zinslosen Darlehen und Beratungsdiensten. Allerdings soll zur Steigerung des Ertrages vor allem auf Pestizide, Insektizide und Düngemittel gesetzt werden. 19 von 23 Teefabriken in Tansania werden von Großgrundbesitzer*innen betrieben und die Hälfte der Teeanbauflächen sind im Besitz internationaler Betreiber. Der Mehrwert für die lokale Bevölkerung in der Teeherstellung ist deshalb in Tansania wie in vielen anderen Produktionsländern fast gleich null.

Fairer Teehandel – Was ist der Unterschied zum konventionellen Handel? 

Fairer Teehandel unterscheidet sich in verschiedenen Kriterien von diesem konventionellen Handeln. Beispielsweise praktizieren viele Kooperativen wie GEPA, El Puente, Weltpartner und andere Fairhandelsorganisationen für das Prinzip des Direktbezugs. Das heißt, Kosten für den Zwischenhandel oder Börsen entfallen und werden an den an Produzent*innen weitergegeben. Durch „gerechte“ Löhne, feste Abnahmepreise und Vorfinanzierungen sollen Kleinproduzent*innen zumindest ihre Lebenshaltungskosten bestreiten können. Die Fairtrade-Prämie investiert zusätzlich im Durchschnitt 1,30 Euro pro Kilogramm Teeblätter in Sozial- und Entwicklungsprojekte. Fairtrade Zertifizierungen wie das Fairtrade Label garantieren den Produzent*innen allerdings keinen Mindestlohn. Weitere Infos dazu gibt‘s hier: https://fairafric.com/fairintentions. Fairer Handel unterscheidet sich je nach Zertifizierung und Kooperative also enorm. Unser Kooperationspartner Kazi Yetu setzt mit der Tanzania Tea Collection genau hier an und legt die Maßstäbe des Fairen Handels auf eine neue Stufe. Was das für Mitarbeiter*innen vor Ort bedeutet, erklärt uns eine Mitarbeiterin, die für Tanzania Tea Collection arbeitet.

Interview mit Modesta einer Mitarbeiterin vor Ort in Tansania der Tanzania Tea Collection

Warum hast du dich entschieden, in der Position zu arbeiten, die Du gegenwärtig innehast?

Ich habe immer im Finanzwesen gearbeitet und wollte in eine operative und finanzielle Rolle mit mehr Verantwortung für die Leitung eines Teams hineinwachsen. Ich arbeite auch gerne für dieses Unternehmen, weil ich die direkten Auswirkungen und Ergebnisse meiner Arbeit sehen kann. Ich kann sehen, dass ich einen Unterschied mache.

 Was hast Du getan, bevor Du dort angefangen hast? 

Ich habe als Buchhalterin in einem Logistikunternehmen für Konsumgüter und andere Export- und Handelsgüter gearbeitet.

Welche Art von Auswirkungen hat die Arbeit mit nachhaltigem Tee auf Dein Leben? Hast Du irgendwelche Veränderungen erlebt?

Meine Konsumgewohnheiten haben sich geändert, ich neige jetzt dazu, Produkte zu kaufen, die nachhaltig sind im Vergleich zu denen, die es nicht sind. Da ich mehr und mehr über nachhaltige Produkte lerne, habe ich auch festgestellt, dass ich ein Botschafter bin und andere dazu motiviere, dass Gleiche zu tun, was ihre Einkäufe betrifft.

Warum sollten wir öfter über die Geschichte des globalen Teehandels sprechen? Was ist Deine Meinung nach die Verantwortung der konsumierenden Länder im globalen Norden?

Tee wird, wie andere Lebensmittel und Getränke, meist von großen Unternehmen gehandelt, in großen Mengen exportiert und im globalen Norden verpackt. Die Verbraucher sollten über die Reise ihrer Lebensmittel und Getränke nachdenken und darüber, wie der Handel stattfindet und wer davon profitiert.

Was bedeutet für Dich ein wirklich fairer Handel?

Für mich geht es beim fairen Handel darum, gute Arbeitsbedingungen, Wachstumspotenzial und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Fairer Handel bedeutet, die Bauern gut zu bezahlen und Arbeit für andere in einer Wertschöpfungskette zu schaffen.

Fazit

Vielleicht kommen dir bei deiner nächsten Tasse Tee die Hintergründe des internationalen Teehandels wieder in den Sinn und du entscheidest dich bewusst für die faire Alternative. Tanzania Tea Collection als Vorreiter des Fairen Handels mit Tee weist viele Parallelen und gleiche Werte wie fairafric auf. Dies ist neben dem Geschmackserlebnis auch ein Grund, warum unsere Schokis und die Tanzania Tea Collection in unserem neuen Tea o’clock Bundle so gut harmonieren.

https://fairafric.com/de/product/tea-oclock-cinnamon-spice-edition-2

https://fairafric.com/de/product/tea-oclock-choco-coco-edition-2