ecoligo – Wie ein Unternehmen den Energiemarkt in Ghana auf den Kopf stellen möchte

Veröffentlicht am Veröffentlicht in de, Neuigkeiten, Uncategorised

Eine Welt, in der all unsere Energie durch das Zusammenspiel von fortschrittlicher Technologie und Naturkräften erzeugt wird – Dies klang Jahrzehnte lang wie ein utopischer Traum direkt aus einem Science-Fiction Roman. Doch im Jahr 2020 ist das keine Fantasievorstellung mehr, sondern das Modell der Zukunft, mit welchem wir unserem Planeten und unserem Fortschritt Gutes tun.

Ein Unternehmen, welches diese Vision schon länger weniger als Traum, sondern als ökologische Lösung der Zukunft sieht, ist die ecoligo GmbH, mit welcher wir auch an unserer neuen, solarbetriebenen Schokoladenfabrik zusammenarbeiten. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland wurde von Martin Baart und Markus Schwaninger gegründet, nachdem sie jahrelang an Solarprojekten in Ghana und Kenia gearbeitet haben. Sie sahen, dass trotz der Vorteile, die Unternehmen durch die Nutzung von Solaranlagen hatten, Projekte aufgrund fehlender Finanzierung nicht umgesetzt wurden. Eine weitere Herausforderung: Die Unternehmen wollten keine Solaranlagen installieren und instandhalten. Baart und Schwaninger lösten dies, indem sie die Projekte durch Crowdinvesting finanzierten und den Kund*innen eine vollständig gewartete Lösung anboten, bei welcher mit lokalen Partnern zusammengearbeitet wurde. Doch wieso eröffnet ein Unternehmen mit deutschem Firmensitz überhaupt eine Zweigstelle in Ghana um dort den Energiemarkt nachhaltiger zu gestalten? Bevor wir uns dieser Frage widmen, sollten wir uns die aktuelle Situation in Ghana vor Augen führen.

Eine typische Solarinstallation von ecoligo. Foto: ecoligo Invest GmbH​

Wie genau sieht die Situation in Ghana aus?

Solarenergie ist auf dem besten Weg, eine wichtige Quelle erneuerbarer Energie in Ghana zu werden. Das Land verfügt über ein gutes Solarenergiepotenzial, wobei die Sonneneinstrahlung zwischen 4,5 und 6,0 kWh/m2 pro Tag erzielt (Vgl. Deutschland etwa 2,6 kWh/m2). Den internationalen Trends folgend, zog die Solarenergie in Ghana in den letzten drei Jahren mehr Investitionen an als jede andere Energietechnologie. Ghanas enormes Potenzial im Bereich der Solarenergie wurde als Lösung zur Stabilisierung der Stromversorgung ausgemacht. Im derzeitigen Energiesektor gibt es oft Probleme für thermische Kraftwerke durch Trockenperioden oder Überlastungen. Aufgrund dieser Umstände, ist die Solarenergie eine notwendige Alternative.

Es wurde von Seiten der Regierung viel Aufwand betrieben, um ein günstiges Umfeld für Solaranlagen zu schaffen, da diese relativ kostengünstig und vor allem skalierbar sind. Das Ziel der nationalen Energiepolitik im Bereich der erneuerbaren Energien besteht darin, “den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten nationalen Energiemix zu erhöhen und ihre effiziente Produktion und Nutzung sicherzustellen”. Das politische Ziel soll erreicht werden, indem die Regierung dafür sorgt, dass der Anteil erneuerbarer Energien am nationalen Energiemix bis 2030 10 % beträgt.

In Ghana gibt es zum aktuellen Zeitpunkt leider das große Problem, dass das Land unter chronischem Strommangel leidet. Ghanas Energiesektor generiert 400-600 Megawatt weniger, als das Land mit seinen Strukturen benötigt. Die Folge davon: Ein Wort, welches nur in Ghana existiert und dessen wörtliche Übersetzung „an-aus“ bedeutet: Dumsor. Dumsor beschreibt den Zustand, wenn die Elektrizität in Ghana vollständig ausfällt. Diese Perioden sind nicht vorhersehbar und kosten das Land jährlich schätzungsweise bis zu eine Milliarde Dollar.

Wenn das Land von Stromausfällen betroffen ist, muss oft zu Alternativen gegriffen werden. Foto: Prime News Ghana

Wenn das Land von Stromausfällen betroffen ist, muss oft zu Alternativen gegriffen werden. Foto: Prime News Ghana

Die Rolle ecoligos und was sie in Ghana verbessern wollen

“ecoligo wurde mit zwei Anliegen gegründet: Pionierarbeit beim weltweiten Übergang zu erneuerbaren Energien zu leisten und die nachhaltige Entwicklung in afrikanischen Ländern wie Ghana zu unterstützen. Die Versorgung von Unternehmen mit erschwinglichem Solarstrom ist der Schlüssel dazu: Die Unternehmen, die von den angebotenen Solardienstleistungen Gebrauch machen, senken nicht nur ihre Energiekosten, sondern auch ihren CO2-Fußabdruck.”, so Emma Patmore, welche als Marketing Managerin von Berlin aus für das Unternehmen tätig ist. Die Unternehmensphilosophie lässt sich also damit beschreiben, es den Unternehmen so einfach wie möglich machen zu wollen, zur Solarenergie überzugehen. Das Ziel lautet: So viele Unternehmen wie möglich mit Solarenergie zu versorgen, die globalen CO2-Emissionen zu reduzieren und eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen.

Doch was genau bieten die Solardienstleistungen den ghanaischen Unternehmen und wie profitieren diese davon? Das “Solar-as-a-service“ Konzept bietet Betrieben in Ghana ein besonderes Paket: Die Kundinnen erhalten eine individuell geplante Solaranlage, welche komplett betriebsbereit übergeben wird. Die Wartung und Installation durch lokalen Partnerinnen von ecoligo ist inklusive. Die Unternehmen müssen die Kosten – welche enorm sein können – nicht selbst stemmen, sondern eine monatliche Summe an ecoligo zahlen. Die Finanzierung der Solaranlage wird dann durch das sogenannte “Crowdinvesting” übernommen. Das bedeutet, dass Privatpersonen in Deutschland ihr Kapital für dieses Projekt zur Verfügung stellen und einige Jahre daran binden. Neben stabilen Zinsen erhalten diese Investor*innen auch noch die Gewissheit, einen vernünftigen Teil zum Klimaschutz beizutragen.

Für ecoligo bietet Ghana “riesiges Potenzial und ein großartiges Geschäftsumfeld, was es zu einem aufstrebenden Markt macht. Die Wirtschaft wächst weiter, was wir durch unsere Arbeit unterstützen wollen”, so Patmore weiter. Ghanas Energieverbrauch nimmt weiter zu und das Land hat das Potenzial, traditionelle Energiequellen, wie zum Beispiel Kohle, hinter sich zu lassen. Es sollten neben Wasserkraft – welche schon 40% des aktuellen Energiemixes ausmacht, aber leider nicht skalierbar ist- weitere erneuerbare Energiequellen aufgebaut werden, um den steigenden Bedarf zu decken. Aus diesem Grund betrachtet die GmbH die Entwicklungsländer als zentral für den Übergang zu sauberer Energie und den Kampf gegen die Klimakrise.

Es gibt noch viel zu tun und es gilt, wie in allen innovativen Bereichen, noch einiges an Überzeugung zu leisten, denn “viele Menschen in Ghana wollen aufgrund des [oben angesprochenen] Dumsor vom Netz gehen. ecoligos Systeme sind jedoch größtenteils netzgebunden, da dies am kostengünstigsten ist und niedrige Kosten für Unternehmen in Entwicklungsländern essenziell sind.”, so Patmore. Das Unternehmen freut sich auf neue Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien, die Batterien erschwinglicher machen und mehr dezentrale Energie ermöglichen. Dadurch kann ecoligo seine Methoden auch noch weiterentwickeln und noch mehr saubere Energie nach Ghana bringen.

ecoligo und fairafric – das passt

Wie vor kurzem angekündigt, werden wir von der fairafric GmbH und fairafric Ghana Limited mit ecoligo beim Bau unserer Fabrik in Suhum zusammenarbeiten und ein Projekt ins Leben rufen, welche wichtige Solardienstleistungen für uns bereitstellt. Wir sind fest davon überzeugt, dass die ecoligo GmbH die Wirtschaft in Ghana ankurbelt und dabei die Natur schützt. Dies deckt sich mit unserer Philosophie, die Wertschöpfung in das Ursrpungsland zu verlagern und qualitativ hochwertige Jobs in der jeweiligen Branche zu schaffen. Martin Baart, der CEO von ecoligo, arbeitete und lebte einige Jahre in Ghana, bevor er ecoligo gründete. Die neue Country Managerin, Doreen, ist ghanaische Staatsbürgerin, die gerade von einigen Jahren Arbeit in Südafrika zurückgekehrt ist. Laut Doreen “wird bei der Installation der Systeme mit lokalen Partnerinnen zusammengearbeitet”. Es wird versucht, wo immer möglich, Einheimische zu beschäftigen, da es für sie wichtig ist, in der Gemeinde Wertschöpfung zu generieren. Abschließend lässt sich also sagen, dass sich ecoligo ehrgeizige Ziele gesteckt hat: Erneuerbare Energie salonfähig zu machen – und das in Schwellenländern wie Ghana – und dabei die lokalen Arbeiterinnen so zu unterstützen, dass die Wertschöpfung in dem Land bleibt, in dem auch die Arbeit verrichtet wird.

Jetzt unterstützen: https://www.ecoligo.investments/fairafric-pv