Faire Bedingungen bei der Produktion von Schokolade

In Ghana beträgt der Mindestlohn pro Tag 8 Cedis. Das macht einen monatlichen Lohn von umgerechnet ca. 35 US$. Unser Produktionspartner Niche Cocoa Industry verarbeitet für fairafric vor Ort die Kakaobohnen zur fertig verpackten Schokolade. Das Einstiegsgehalt der Produktionsmitarbeiter beträgt pro Monat ca. 1.000 Cedis, das entspricht etwa 225 US$. Mit steigender Erfahrung und Betriebszugehörigkeit wächst zusätzlich das Gehalt der Fachkräfte. Die Gehälter sind nicht nur deutlich höher als der Mindestlohn, sondern übersteigen auch die Gehälter der Arbeiter in vergleichbaren Positionen und lokalen Unternehmen vor Ort. Dadurch sind die Mitarbeiter von Niche Cocoa Industry hochmotiviert, qualifiziert und bleiben im Regelfall dauerhaft für das Unternehmen beschäftigt.

Sicherheit

Sicherheitskleidung wird gestellt
Ersthelfer in jeder Schicht
Gefährliche Arbeiten nach Protokoll
Klimatisierte Produktionshallen

Extras

kostenfreier Arbeitsweg
gratis Gesundheitsversorgung
13. Monatsgehalt
Betriebsrente

Arbeitsbedingungen

36 Stundenwoche (4 Tage, 9 Stunden)
Wochenendarbeit wird extra bezahlt
Bezahlte Überstunden
Subventioniertes Essen

Was verdienen die Bauern und Bäuerinnen?

Die meisten Bauern und Bäuerinnen in Westafrika sind Selbstversorger*innen. Das bedeutet, dass sie ihre Felder für die eigene Versorgung bewirtschaften. Nur einen Teil der Ernte verkaufen sie. Damit bezahlen sie die Schulbildung ihrer Kinder und kaufen Grundlebensmittel wie Öl, Salz und Zucker ein. Einige wenige sind in der Lage, etwas Geld zurückzulegen, zum Beispiel für Arztbesuche oder um ein Haus zu bauen.

In Ghana legt die nationale Vermarktungsplattform COCOBOD den „farm-gate price“ regelmäßig fest. Dieser Preis ist fix und so kann ein Bauer oder eine Bäuerin für die Kakaobohnen weder mehr noch weniger erhalten. Aktuell liegt der Preis des COCOBOD bei 420 Cedis pro 64,5 kg Sack (etwa 100 US$). Da es sich um einen Festpreis handelt, dürfen auch wir nur diesen Preis zahlen. Unsere Partnerkooperative Yayra Glover hat für seine 1400 Bauern und Bäuerinnen eine Ausnahme von diesem Festpreis verhandelt. Wir dürfen aufgrund der deutlich höheren Qualität der Bohnen ein so genanntes Premium zahlen. Ein Teil geht direkt und bar an die Bauern und Bäuerinnen, ein weiterer Anteil an die Kooperative, die das Premium für die Bio-Zertifizierung der Kakaofarmen nutzt.

Bauern und Bäuerinnen erhalten kein regelmäßiges Gehalt, sondern nach der Ernte das Geld für ihren Ertrag. fairafric arbeitet eng mit der Partnerkooperative Yayra Glover zusammen, die ihre Mitglieder in der effizienten Nutzung ihrer Anbauflächen ausbildet. Ghanaische Kleinbauernfamilien verdienen zumeist (deutlich) weniger als 100 US$ pro Monat. Die Mitglieder der Kooperative Yayra Glover werden dahingehend unterstützt, dass sie ihre Erträge erheblich steigern können. Ein höherer Ernteertrag erlaubt den Bauern und Bäuerinnen, von ihrer landwirtschaftlichen Arbeit richtig leben und sich mehr als die Grundlebensmittel leisten zu können.

Aufgrund des fallenden und stark schwankenden Kakaopreises arbeiten wir gemeinsam mit Yayra Glover an alternativen Einkommensmöglichkeiten für die Bauern und Bäuerinnen. Zum Beispiel bauen die Mitglieder der Kooperative bereits Plantain, die Kochbanane, an. Dies sorgt für zusätzliches Einkommen, steigert die Kakaoernte und fördert die Biodiversität. Zurzeit arbeiten wir daran, Kokospalmen auf den Farmen anzubauen und auch diesen Anbau bio-zertifizieren zu lassen.

Wir werden häufig gefragt, ob die Kakaobauern und -bäuerinnen die Schokolade selbst herstellen würden. Das ist nicht der Fall. Die für die professionelle Schokoladenproduktion nötigen Fertigkeiten erlangen die ArbeiterInnen in der Fabrik durch langjährige Ausbildung. Sie verfügen über High-School, College oder sogar Universitätsabschlüsse. Die heutige Generation der Bauern und Bäuerinnen kann in einem so qualifizierten Arbeitsumfeld nicht tätig sein. Jedoch erfahren wir von immer mehr Kindern der Bauern, dass sie die Hochschulreife absolvieren. Wir wären mehr als glücklich, wenn wir diese Kinder unserer Bauern und Bäuerinnen für die künftige Schokoladenproduktion gewinnen könnten.