Produkte aus Afrika: Unsere Kooperation mit Tanzania Tea Collection – Tee made in Africa

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Unser Kooperationspartner Kazi Yetu, zu denen die Teemarke Tanzania Tea Collection gehört, hat die komplette Wertschöpfungskette, in das Ursprungsland Tanzania, verlagert. Genau wie fairafric lebt Kazi Yetu den Leitsatz „Made in Africa“ und will somit einen Unterschied machen. Das Label “Made in Africa” ist oftmals mit Vorsicht zu genießen, in diesem Fall steht es aber für einen wirklichen Mehrwert in der Wertschöpfungskette.

fairafric wie auch Kazi Yetu, mit ihrer Tanzania Tea Collection, verbindet die Überzeugung durch eine Verlegung der Produktion ins Ursprungsland einen Mehrwert für die lokale Bevölkerung zu erzielen. Deshalb freuen wir uns über unsere gemeinsame Herbst-Kooperation “Tea O’Clock” mit Tanzania Tea Collection x fairafric. In unserem Shop gibt es daher bereits das “Tea O’Clock Bundle” bestehend aus zwei unserer 60% Kakaoanteil Schokoladentafeln in Kombination mit dem Organic Coco Choco Black Tea oder dem Organic Cinnamon Spice Black Tea. Diese perfekte Mischung vereint nicht nur die Überzeugungen unserer beiden Teams, sondern sorgt in dieser besonderen Konstellation passend zur Jahreszeit für superfairen und superleckeren Schoko- und Teegenuss an grauen Herbsttagen. Im folgenden Blog Artikel erfahrt ihr mehr über unseren Kooperationspartner und bekommt durch unser Interview mit dem Gründungsteam einen tieferen Einblick in die Unternehmenskultur von Kazi Yetu. Abschließend beleuchten wir den Begriff „Made in Africa“ noch einmal kritisch.

Das Unternehmen Tanzanian Tea Collection: Produkte aus Afrika

Rohstoffe aus Afrika werden zum überwiegenden Teil im Ausland verarbeitet. Dies minimiert den wirtschaftlichen Nutzen im Ursprungsland und führt zu Ungleichheiten im Handel. Kazi Yetu will unter anderem mit der Tanzania Tea Collection diesem Phänomen entgegenwirken und steigert durch die Produktion, Verpackung und den Vertrieb in Tansania die lokale Wertschöpfung. Diese Denkweise des nachhaltigen Handelns verbindet fairafric mit Kazi Yetu. Als soziales Unternehmen reinvestiert Kazi Yetu einen Großteil der Gewinne in die Schaffung von Arbeitsplätzen und die wirtschaftliche Emanzipation von Frauen. Das Gründungsteam Tahira und Hendrik haben den gleichen Wunsch wie wir – die Wertschöpfung im Ursprungsland zu lassen und somit Ungerechtigkeiten im Welthandel zu bekämpfen.

Interview mit den Gründer*innen von Kazi Yetu und der Tanzanian Tea Collection

Warum habt Ihr euch zur Gründung von Kazi Yetu entschlossen?

Hendrik und ich haben beide über zehn Jahre lang in der internationalen Entwicklung in Afrika, Süd- und Zentralasien gearbeitet. Darüber hinaus werden die meisten landwirtschaftlichen Produkte aus Tansania in großen Mengen exportiert, wobei die lokalen wirtschaftlichen Möglichkeiten gering sind. Zum einen leben und arbeiten wir in Tansania, aber reisen auch oft nach Europa und darüber hinaus, also dachten wir: “Warum können wir keine Wertschöpfungsketten entwickeln, die den Wohlstand umverteilen und gleichzeitig das Interesse der Verbraucher*innen auf rückverfolgbare, gerechte Produkte bedienen?” So wurde Kazi Yetu geboren. 

Was sind Eure Ziele, die Ihr mit und durch Euer Unternehmen erreichen wollt?

Wir sind bestrebt, die Art und Weise zu verändern, wie Produkte aus Tansania hergestellt und verkauft werden. Unsere erste Marke, Tanzania Tea Collection, setzt für uns einen Maßstab. Wir arbeiten mit kleinbäuerlichen Betrieben in verschiedenen Klimazonen und Höhenlagen rund um Tansania zusammen. Wir wollen zum Diskurs des bewussten Konsums beitragen, indem wir die Rückverfolgbarkeit unserer Produkte ermöglichen. Durch die Rückverfolgbarkeit können wir die Verbraucher*innen über ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen informieren. Diese Transparenz wirkt sich wiederum auf den globalen Handel aus und verändert die Art und Weise, wie Verbraucher*innen Entscheidungen treffen.

 Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Wirtschaft für Euch?

Für uns geht es bei der Nachhaltigkeit darum, gemeinsame Werte zu schaffen, wobei ein Unternehmen erfolgreich ist, wenn alle Interessengruppen davon profitieren und die Umwelt geschützt wird. Durch den Ansatz der gemeinsamen Wertschöpfung stellen wir sicher, dass der wirtschaftliche Nutzen gleich groß ist und sich gegenseitig verstärkt. Darüber hinaus wird die Umwelt geschützt, indem wir die Prinzipien der biologischen Landwirtschaft fördern, vollständig recycelbare und/oder biologisch abbaubare Verpackungen verwenden und schließlich alle Kohlenstoffemissionen in unserem Handel kompensieren. Ausgehend von den Bedürfnissen der Betreiber*innen der kleinbäuerlichen Betriebe haben wir unter Kazi Yetu ein “Farm-Hub”-Modell entwickelt, das von einer transaktionalen Partnerschaft mit unseren kleinen Landwirtschaftsbetrieben zu einem Ansatz übergeht, der den Bauern und Bäuerinnen Unterstützung in Form von Zugang zu Finanzmitteln, Ausrüstung, Infrastruktur und Betriebsmitteln bietet. Als Ergebnis der starken Wertschöpfungskette wachsen sowohl unsere Lieferant*innen als auch unser Unternehmen gemeinsam.

Auf welchen Aspekt der Nachhaltigkeit konzentriert sich das Unternehmen, das Ihr vertretet, am meisten?

Kazi Yetu bedeutet auf Swahili “Unsere Arbeit”, ganz einfach deswegen weil das Schaffen von Arbeitsplätzen in Afrika unser Hauptanliegen darstellt.

Obwohl wir glauben, dass alle Aspekte der Nachhaltigkeit von gleicher Bedeutung sind, stellen wir als soziales Unternehmen in Afrika die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Schaffung von Einkommen in den Vordergrund, weil wir glauben, dass dies die Menschen letztendlich in die Lage versetzt, in ihre eigene Zukunft zu investieren, sowohl in sozialer als auch in ökologischer Hinsicht. 

Warum habt Ihr euch entschieden, in Afrika zu produzieren? 

In Afrika, in unserem Fall in Tansania, werden angesichts des reichen und fruchtbaren Bodens und der großen Bandbreite an Höhenlagen und Klimazonen viele hochwertige landwirtschaftliche Produkte produziert. Es mangelt jedoch an lokaler Wertschöpfung, wie Verarbeitung, Mischung, Verpackung, Markenbildung und Vermarktung. Dies stellt eine große ungenutzte Chance dar, in der wir ein bedeutendes Potenzial sehen.

Glaubt ihr, dass nachhaltige Geschäftsstrategien ein kurzfristiger Trend oder eine lang anhaltende Veränderung im Geschäftsleben sind?

Der Fair-Trade-Markt ist laut Statista in den letzten fünf Jahren in Deutschland um über 20% gewachsen, in Großbritannien in den letzten zehn Jahren viermal. Dies zeigt, dass der bewusste Konsum exponentiell wächst und nicht nur ein Trend ist. Wir glauben, dass Unternehmen wie fairafric und Kazi Yetu bei diesem Denkprozess eine Vorreiterrolle spielen und dass dies erst der Anfang einer langen, aufregenden Reise für ein integratives Wirtschaftswachstum ist.

Made in Africa – Hintergrund und kritische Beleuchtung

Das Label „Made in Africa“ stellt nicht automatisch einen Mehrwert für das Produktionsland und dessen Bevölkerung dar. Das wurde vor allem in den letzten Jahren in der Textilindustrie deutlich. Das deutsche Unternehmen Otto hatte beispielsweise seine Produktion nach Ostafrika (Uganda & Äthiopien) verlagert, um Kritik an seinen teilweise menschenunwürdigen Produktionsweisen in Asien aus dem Weg zu gehen. 2013 war in Bangladesch eine Fabrikhalle eingestürzt, die viele Menschenleben forderte. Die „Cotton made in Africa“-Initiative soll nun den Kund*innen Transparenz, keine Kinderarbeit und eine pestizitfreie Baumwollproduktion garantieren. Ob das Unternehmen allerdings hier im Interesse der ostafrikanischen Mitarbeiter*innen handelt ist fraglich. Auch s.Oliver wirbt mit einer Kollektion „Made in Uganda“. Es findet hier also keine Wertschöpfung im Land statt. Zusätzlich werden sogar teilweise Arbeitsplätze im Handel mit Secondhand-Kleidung und in Schneidereibetrieben zerstört.

Im Gegenzug dazu wird besonders für lokale afrikanische Unternehmen aufgrund von „nichttarifärer Handelsbarrieren“ der Export aus Afrika erschwert. Generell sind zwar Exporte aus Afrika möglich. Im Gegensatz zu Exporteur*innen aus anderen Erdteilen besteht auf den ersten Blick ein Vorteil, da die EU den meisten afrikanischen Ländern zollfreie Importe aus Afrika erlaubt – dazu müssen aber Bedingungen erfüllt werden. Für Agrarexporte gibt es beispielsweise eine Menge Regeln zu deren Herstellung, Aufbewahrung und Transport zu beachten.

All diese Einschränkungen und Regelwerke erschweren es afrikanischen Produzent*innen, in die EU zu exportieren. Naheliegend ist deshalb, dass die EU oder Deutschland wenig Interesse aufbringt, Afrika durch den Aufbau von exportorientierter Agrarproduktion oder Kleinindustrien zumindest einen Teil des Welthandels zu überlassen. Für diese Umsetzung braucht es die Überzeugung von Unternehmen wie Kazi Yetu oder fairafric einen Unterschied machen zu wollen.