Wieso, weshalb, warum haben Schokoladentafeln 24-Rippchen und die fairafric-Schokostückchen ein Sternenmuster?

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Dinge, über die wir normalerweise nicht nachdenken: Wieso wir 10 Finger und Zehen haben und nicht 12 oder 8, weshalb wir unsere Luft zum Atmen nicht sehen können und warum Schokolade in Tafelform daherkommt, meist zu 24 Stückchen. Wir klären auf – zumindest über die Schoki-Sache.

 

  • Schokolade im Lauf der Zeit: Schon immer in Tafelform?

Bevor die Europäer auf Kakao aufmerksam wurden, kultivierten ihn schon die Oleken (um 1500 v. Ch.!) und später schätzten ihn auch die Azteken und Maya. Hier war Kakao nicht nur Zahlungsmittel und Grabbeigabe, sondern auch rituelles und stärkendes Getränk, das aus gemahlenem und in Klumpen gepresstem Kakao durch Aufgießen mit heißem Wasser gewonnen wurde, zum Beispiel bei Opferzeremonien – oder, wenn keine Zeit für heißes Wasser war, am Stück als Energiezufuhr für Krieger auf Märschen.

Erst mit den spanischen Eroberern fand Kakao den Weg nach Europa, wo er, mit viel Zucker vermischt, nur langsam Einzug als Getränk in die aristokratische und obere Schicht der Gesellschaft fand. Noch bis ins späte 18. Jahrhundert wurde Kakao sehr beschwerlich von Hand zu einer feinen Masse gerieben, die dann, mit Zucker und Gewürzen vermischt und ebenfalls von Hand in Form gepresst, mit Wasser oder Milch zum Getränk aufgebrüht wurde. Später, im 19. Jahrhundert, wurden Maultiere und sogar Dampfmaschinen eingesetzt, um den mühsamen Mahlprozess zu erleichtern. Zu diesem Zeitpunkt war die damalige „Schokolade“ übrigens, trotz Gewürz- und Zuckerbeigaben, noch sehr bitter. Zudem hatte die Kakaomasse noch einen Fettanteil von über 50% – zu viel, um sie wirklich gut für Wasser oder Milch löslich zu machen.

Deswegen erfand der niederländische Chemiker Coenraad Johannes van Houten eine hydraulische Presse, die die Kakaobutter von der Kakaomasse trennen und den Fettanteil um ca. die Hälfte reduzieren konnte, was zumindest das Problem der schlechten Löslichkeit behob. Die so entstandene Kakaomasse war durch die Presse stark komprimiert und kam als Klotz aus der Maschine heraus. Die extrahierte Kakaobutter war damals noch ein Abfallprodukt. Erst stand diese Presse unter Patentschutz, doch nach Ablauf dieses Patents wurde sie aufgrund ihrer Effizienz von anderen Kakaoverarbeiter*innen übernommen. Ein Problem jedoch blieb: Die Bitterkeit der Kakaomasse. Schließlich war es der Schweizer Chocolatier Daniel Peter, der um 1875 eine weitere wegweisende Erfindung machte: Er mischte ein wenig des „Abfallprodukts“ Kakaobutter zur Kakaorohmasse. Zudem mengte er etwas des erst kurz vorher erfundenen Milchpulvers bei und erhielt so eine Masse, die sich auch ohne den enormen Druck der Van Hout’schen Presse formen ließ und zudem wesentlich milder – und damit massentauglicher – im Geschmack war. Dieser Geschmack wurde durch ein 1897 neu eingeführtes Verfahren weiter verfeinert: Das Conchieren, das auch heute noch das Herzstück eines jeden Schokoladenherstellungsverfahrens ist. Hier wurde und wird die Schokoladenmasse erwärmt und mechanisch mehrere Stunden gerührt. So können bittere Aroma- und Geruchs- sowie Geschmacksstoffe entweichen und auch die Feuchtigkeit wird reduziert. Dieses Produkt wurde nun, weil die Konsument*innen die Form durch die Kakaoprodukte der hydraulischen Presse schon kannten, in kleine eckige Formen (sog. Gießformen) zum Abkühlen gegeben. Der Trick dabei ist simpel, denn einem neuen Produkt eine bekannte Form zu geben, senkte die Hemmschwelle der Käufer*innen, dieses Produkt zu testen. Der Plan ging auf: Die so entstandenen Schokoladentafeln direkt zum Essen (und nicht mehr zum Aufbrühen und trinken) waren ein Produkt, das sich durch die fehlende Bitterkeit und der neuen Cremigkeit bei einer immer breiter werdenden Kundschaft erfreute.

 

  • Wie entstehen aus der Kakaomasse verschiedene Schokoladenformen?

Herauskristallisiert haben sich vier große Gestaltungsformen: Schokoladentafeln, gefüllte Schokoladentafeln, Pralinen und Schokoladenfiguren. Sofern diese maschinell hergestellt werden, geschieht das auf eine relativ ähnliche Weise. Die conchierte Masse wird in unterschiedliche Formen gegossen und dann, je nach Endprodukt, gerüttelt, gekühlt, gedeckt oder geschleudert (s. Übersicht).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Warum hat Schokolade Stückchen?

Die Gießformen, in die die Schokoladenmasse zum Abkühlen gegeben wird, bekamen schon relativ am Anfang ihrer industriellen Einführung die noch heute bekannte Rippchenform – aus einem sehr einfachen Grund: Sie dient den Konsumtent*innen zur Portionierung. Eine komplette Tafel Schokolade ohne Einkerbung zu brechen, stellte sich als schwierig heraus – deshalb griffen die immer zahlreicher werden Schokoladenhersteller*innen auf eine gleichmäßige Unterteilung der einzelnen Tafeln zurück. Am beliebtesten waren dabei Tafeln, die in 4×6 Reihen unterteilt waren – 24 Stückchen. Heute variieren die Schokoladenhersteller bei der Größenform und gerade im Bio-Segment sind größere Rippchen zu finden (meist 2×6) – mit einer klaren Botschaft: Genuss ohne Reue!

 

 

  • Wieso tragen die Schokoladenstückchen verschiedener Hersteller unterschiedliche Muster und fairafric-Schokolade Sterne?

Bei Erfindung der Schokoladenherstellung sah jede Tafel, war sie erst einmal ausgepackt, gleich aus. Nun war Erfindungsreichtum gefragt, damit auch die ausgepackte Schokolade optisch von einem Konkurrenzprodukt zu unterscheiden war: Deshalb begannen viele Hersteller*innen, individuelle Symbole in ihre Gießformen, die am Anfang noch aus Metall bestanden und somit leicht geprägt werden konnten, zu stanzen. Mittlerweile sind, wenn man Schokoladentafeln auspackt, nicht nur die verschiedensten Symbole auf den Rippchen zu finden, sondern auch von der klassischen Rippchenaufteilung weichen einige Hersteller*innen bereits ab.

Doch warum hat sich fairafric für Sterne auf den Rippchen entschieden? Das hat einen einfachen Grund: Niche verwendet in der Fabrik, in der wir bekanntlich auch produzieren, alte Formen der Marke Schogetten (Trumpf-Schokolade).

Die beiden Begründungen, die wir aber lieber geben, liegen eigentlich auf der Hand: fairafric hat einen Stern auf jedem Schokoladenstückchen, weil auf der ghanaischen Flagge in der Mitte auch ein Stern ist. Und weil wir für viele ein Stern am Schokoladenhimmel sind 🙂

 

Quellen: