Weltladen-Dachverband – was heißt das eigentlich?

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fairafric ist seit 2017 anerkannter Lieferant des Weltladen-Dachverbands. Darauf sind wir ziemlich stolz – doch was bedeutet das genau?

Dass Essen politischer ist als es auf den ersten Blick den Anschein hat, weiß jede*r, die / der sich auch nur kurz mit Nahrungsmitteln beschäftigt. Es ist einfach, gutes Essen zu kaufen, aber es ist nicht mehr ganz so einfach, wirklich gutes Essen zu kaufen – wirklich gutes Essen im Sinne von nachhaltigem, qualitativ hochwertigem und fairem Essen. Eine Möglichkeit, eine große Auswahl an wirklich gutem Essen in einem Laden zu bekommen, sind Weltläden.  Hier tummeln sich seit den 1970-er Jahren auf engstem Raum kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt: saftige Früchte, knackige Nüsse, aromatischer Kaffee, exotische Gewürze, betörende Schokolade und vieles mehr. Und das Beste daran ist: All diese Lebensmittel wurden fair produziert, was in aller Kürze bedeutet: Die Erzeuger*innen haben faire Preise und somit angemessene Löhne für ihre Arbeit und Produkte erhalten. Hier einzukaufen bedeutet für die Verbraucher*innen, dass sie die Weltpolitik mit ihrem Konsumverhalten ein kleines bisschen besser machen wollen. Nicht umsonst heißt die neuste Kampagne des Weltladen-Dachverbands: Mensch. Macht. Handel. Fair.

 

Weltladen-Dachverband-Mitglied werden: So funktioniert‘s

Um ein anerkannter Weltladen-Dachverband-Lieferant werden zu können und in den Lieferantenkatalog aufgenommen zu werden, muss man als Unternehmen nach einem Antrag und einer umfassenden Selbstauskunft ein Anerkennungs- und Überprüfungsverfahren durchlaufen. Wird man als Unternehmen aufgenommen, ergeben sich daraus verschiedene Rechte und Pflichten. Beispielsweise wird man einer externen Überprüfung durch einen Auditor unterzogen, die wiederholt im Zweijahresturnus stattfindet. Zudem zahlen die Lieferant*innen einen Beitrag, der sich nach dem jährlichen geschäftseigenen Nettoumsatz richtet, jedoch mindestens 100€ im Jahr. Für alle Interessierten: Hier geht’s zu der kompletten Rechte- und Pflichten-Liste.

 

Fakten, Fakten, Fakten

Was heißt das nun konkret? Im Fokus stehen insbesondere die fairen Handelspraktiken sowie die Vermeidung des unfairen Wettbewerbs. Kinderarbeit, Ausbeutung und Zahlungsverzögerungen sind beispielsweise unter allen Umständen zu vermeiden; Vor-Ort-Produktion, Professionalisierung und langfristige Produzent*innen-Händler*innen-Beziehungen sind dagegen ein Standard, den jede*r Weltladen-Dachverband-Lieferant*in erfüllen muss. Kurz: Die fristgerechte und professionelle Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen unter Einhaltung einer vollkommenen Transparenz sind absolute Mindestanforderungen. Dazu kommen weitere wichtige Punkte wie Bildungs- & Informationsarbeit (ein wunderbares Beispiel hierfür wäre dieser Artikel), Öffentlichkeitsarbeit (kommt uns doch am 28./29. Juni auf den Weltladen-Fachtagen in Bad Hersfeld besuchen) sowie der Umweltschutz. All das ist ein ganzes Stück Arbeit, aber wir wissen, dass sie mit euch, unseren Konsument*innen, süße Früchte tragen wird.