Wie funktioniert Fairtrade?

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Wenn ich über fairafric unterhalte und über unseren Social Impact (soziale Wirkung, also das Positive was Menschen durch unsere Arbeit passiert) spreche, höre ich immer wieder die Frage, macht Fairtrade das nicht schon? In der Regel rechne ich den Menschen dann das hier vor, um den Unterschied zu uns zu erklären:

So funktioniert Fairtrade

Eine Tonne Kakao, die von Westafrika, Asien oder Südamerika verschifft wird, ist knappe $3.000 wert. Natürlich gibt es unterschiedliche Qualitäten und so weiter aber fast der komplette Kakaoanbau der Welt wird über Börsen gehandelt. Aktuelle Preise kann man hier finden.

Das Fairtrade Premium für eine Tonne Kakaobohnen sind $200. Das klingt viel, ist aber im Endeffekt auf einen Preis von $3,000 nur eine Steigerung von 6,7%. Fairtrade garantiert darüberhinaus einen Minimalpreis von $2,000 pro Tonne. Dieser wurde allerdings seit 2008 nicht unterschritten und dieser Minimalpreis hat mittlerweile eher einen symbolischen Charakter. Diese Zahlen kann man auf Fairtrades Internetseite nachschlagen. Ich berechne mit diesen Zahlen gleich den finanziellen Mehrwert pro Tafel (sehr aufschlussreich!).

Eine Frage, die ich oft höre, ist wieviel von dem Preis den ein Konsument im Supermarkt zahlt eigentlich im Ursprungsland des Kakaos ankommt. Das ist eine komplexe Berechnung und es ist schwer an belastbare Zahlen zu kommen, um eine Schätzung zu errechnen. Fairtrade redet sehr selten über Zahlen und beschränkt sich lieber auf Einzelschicksale in ihrer Kommunikation. Dieser Bericht ist eine seltene Ausnahme. Hier finden wir detailierte Zahlen für jede Kategorie und sogar Prozentangaben für den Anteil der Prämien die vom Gesamtumsatz der betroffenen Produkte in die Ursprungsländer geflossen ist. Das sind die Zahlen:

Fairtrade Financial Impact

Für Schokolade beträgt das Premium als Prozentsatz vom Preis der Schokolade 0,7%. Im Durchschnitt fließen also, im Vergleich zu konventioneller Schokolade, 0,7% des Preises für Deine Tafel Fairtrade Schokolade mehr in das Land aus dem der Kakao gekommen ist. Menschen, die viel Fairtrade Schokolade kaufen, um etwas Positives in den Ursprungsländern zu bewirken, sind sich dieses lächerlichen Anteils mit Sicherheit nicht bewusst. Dabei muss berücksichtigt werden, dass hierin noch keine Kosten für die Zertifizierung enthalten sind.

Die Wirkung von Fairtrade im Herkunftsland

Viele Menschen kaufen Fairtrade und andere zertifizierte Produkte um Armut zu bekämpfen und den Menschen in der dritten Welt zu helfen ohne genau zu wissen, was diese Zertifizierungen an Geldflüssen auslösen. Für mich führt das ultimativ zu der Frage, wer bekommt eigentlich was?

Laut Fairtrade sacken die großen multinationalen Schokoladenproduzenten 70% vom Schokoladenpreis ein, während Kakaobauern keine 10% vom Preis bekommen. Was genau Fairtrade daranändert, können wir nachrechnen, denn darauf verzichtet Fairtrade lieber.

fairtrade per bar

 

 

 

 

 

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Diese Berechnung zeigt, dass das Fairtrade Premium von $200 pro Tonne Rohkakao am Ende des Tages ein Premium pro Tafel zwischen 1,4 Cent (Zartbitter) und 0,5 Cent für die beliebtere Milchschokolade bedeutet.

Dieses klitzekleine, wenn nicht faktisch unbdeutende Mehreinkommen war die Hauptmotivation fairafric ins Leben zu rufen. Wir wollen Konsumenten, die bereit sind für einen fairen Konsum mehr zu zahlen, die Möglichkeit geben, dass was sie für die Schokolade zahlen auch im Land ankommt, und zwar nicht in Form von Spenden sondern in Form von nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Jede Tafel fairafric kreiert Einkommen von 70 Cents in Ghana, das sind mindestens 50 Cents mehr als bei konventioneller Schokolade. Mehr dazu auch hier.

Wenn Ihr mit Eurem Konsum einen nachhaltigen Wandel auslösen wollt, qualifizierte Arbeitsplätze schaffen wollt, die mehr Einkommen und besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsfürsorge für die lokale Bevölkerung bedeuten, dann könnt Ihr Euch und Euren Liebsten hier super-leckere fairafric Schokolade bestellen.