Erklärung
Was ist Dynamischer Agroforst (DAF)?
Kakao wächst ursprünglich nicht auf kahlen Feldern, sondern im Schutz vielfältiger Waldsysteme. Dynamischer Agroforst (kurz DAF) orientiert sich genau an diesem Prinzip: Statt nur Kakao auf einer Fläche anzubauen, entstehen lebendige, mehrschichtige Anbausysteme aus Kakaobäumen, Schattenbäumen, Nutzpflanzen und Begleitvegetation. Das Ziel ist nicht nur, Kakao anzubauen. Das Ziel ist, ein gesundes, produktives und widerstandsfähiges Ökosystem aufzubauen, das Boden, Pflanzen, Klima und Menschen langfristig stärkt. Für fairafric ist DAF deshalb mehr als eine Anbaumethode. Er ist ein zentraler Teil unserer Vision für die Zukunft von Schokolade.
Konventioneller Kakaoanbau
Ein Blick auf den konventionellen Kakaoanbau
Über viele Jahrzehnte wurde Kakaoanbau vor allem auf Effizienz, Vereinfachung und kurzfristige Erträge optimiert. Das Ergebnis sind in vielen Regionen monokulturelle Systeme, in denen fast ausschließlich Kakao wächst. Was kurzfristig wirtschaftlich sinnvoll erscheinen mag, macht das System langfristig anfällig. Denn wo Vielfalt fehlt, verschwinden genau die Faktoren, die Anbau nachhaltig stabil machen: Biodiversität, gesunde Böden, natürliche Kreisläufe und Widerstandskraft. Die Folgen tragen Natur und Menschen gleichermaßen.
Folgen für Mensch und Natur:

Abholzung von Regenwäldern
Für den Kakaoanbau wurden in Westafrika bereits über 80 % der ursprünglichen Wälder abgeholzt. Mit den Wäldern verschwinden auch Artenvielfalt, natürliche Lebensräume und ökologische Stabilität. Wo Vielfalt verschwindet, verliert die Natur ihre Widerstandskraft. (vgl. World Cocoa Foundation, 2023; International Cocoa Organization, 2022)

Böden verlieren ihre natürliche Fruchtbarkeit
Monokulturen laugen den Boden über Jahre hinweg einseitig aus. Humus wird abgebaut, natürliche Kreisläufe werden geschwächt und die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe zu speichern und sich zu regenerieren, nimmt ab. So verliert der Boden Schritt für Schritt seine natürliche Fruchtbarkeit.
(vgl. International Cocoa Organization, 2022)

Pflanzen werden anfälliger
Fehlende Pflanzenvielfalt begünstigt die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten. Während Hitze, Starkregen oder Trockenperioden die Pflanzen stärker treffen, weil natürliche Schutzmechanismen fehlen. So wird Kakaoanbau anfälliger und weniger widerstandsfähig.
(vgl. International Cocoa Organization, 2022)

Kakaofamilien leben am Existenzminimum
Kakaobäuer*innen in Westafrika verdienen im Schnitt nur etwa 0,78 US-Dollar pro Tag – ein Einkommen, das oft nicht ausreicht, um grundlegende Lebensbedürfnisse zu decken. Vielen Familien bleibt kaum Spielraum für Bildung, Investitionen oder Altersvorsorge (vgl. NORC, 2020).

Einsatz von gefährlichen Pestiziden
In vielen Kakaoanbaugebieten gehören Pestizide zum Alltag: In einer Studie aus Ghana gaben rund 81 % der befragten Kakaofarmer:innen an, Pestizide einzusetzen. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen Rückstände in Böden und Trinkwasserquellen aus Kakaoanbaugebieten. Viele Farmer:innen sind dabei nur unzureichend geschützt und den Chemikalien direkt ausgesetzt (vgl. Satoyama Initiative, 2023).

Kinderarbeit bleibt Teil des Systems
Kinderarbeit ist kein Randproblem, sondern Teil eines strukturellen Missstands. Zu niedrige Einkommen und prekäre Lebensrealitäten führen dazu, dass Kinder oft mitarbeiten müssen. Noch immer arbeiten rund 1,5 Millionen Kinder auf Kakaofarmen in Westafrika (vgl. OICE Network, 2023).
Erklärt
So funktioniert der Dynamische Agroforst (DAF)

Im DAF wächst Kakao nicht allein.
Er wird in ein vielfältiges System aus Schattenbäumen, Nutzpflanzen, Bodenbedeckung und Begleitvegetation eingebettet.
Das schafft:
- mehr ökologische Stabilität
- mehr Lebensraum für nützliche Organismen
- und bessere Bedingungen für gesunde Pflanzen
Vielfalt ist hier kein Nebeneffekt – sondern das Prinzip.
DAF ist dabei typischerweise durch hohe Pflanzendichte, starke Diversität und systematische Schichtung gekennzeichnet.

Ein zentraler Hebel im Dynamischen Agroforst ist der gezielte Aufbau von Biomasse.
Durch Rückschnitt, Mulch und natürliche Bodenbedeckung bleibt organisches Material im System und kann sich wieder in Humus verwandeln.
Das hilft dem Boden dabei:
- Wasser besser zu speichern
- Nährstoffe besser zu halten
- sich langfristig zu regenerieren
Studien und Praxisberichte zu DAF zeigen, dass Humusaufbau, Bodenbedeckung und Wasserspeicherung deutlich verbessert werden können.
Ein gesunder Boden ist die Grundlage für gesunden Kakao.

In stabileren, vielfältigeren Systemen können sich Schädlinge und Krankheiten nicht so leicht ungehindert ausbreiten.
Gleichzeitig helfen Schatten, Bodenbedeckung und tiefwurzelnde Pflanzen dabei, das System besser gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen zu schützen.
Das macht Anbau nicht perfekt – aber deutlich widerstandsfähiger.
DAF- und Agroforstsysteme werden deshalb auch als wichtige Antwort auf die zunehmenden Klimarisiken im Kakaoanbau diskutiert.

Dynamischer Agroforst bedeutet nicht nur mehr Vielfalt auf dem Feld – sondern oft auch mehr Vielfalt im Einkommen und in der Ernährung.
Neben Kakao können je nach System auch andere Pflanzen, Früchte oder Nutzbäume Teil des Anbaus sein.
Das reduziert die vollständige Abhängigkeit von nur einer Ernte und nur einem Weltmarktpreis.
Mehr Vielfalt auf der Farm kann auch mehr Stabilität im Leben bedeuten.
Praxisprojekte zu DAF zeigen, dass zusätzliche Produkte wie Bananen, Bohnen, Mais oder Avocado sowohl für Eigenversorgung als auch Verkauf relevant sein können.
Im DAF wächst Kakao nicht allein.
Er wird in ein vielfältiges System aus Schattenbäumen, Nutzpflanzen, Bodenbedeckung und Begleitvegetation eingebettet.
Das schafft:
- mehr ökologische Stabilität
- mehr Lebensraum für nützliche Organismen
- und bessere Bedingungen für gesunde Pflanzen
Vielfalt ist hier kein Nebeneffekt – sondern das Prinzip.
DAF ist dabei typischerweise durch hohe Pflanzendichte, starke Diversität und systematische Schichtung gekennzeichnet.
Ein zentraler Hebel im Dynamischen Agroforst ist der gezielte Aufbau von Biomasse.
Durch Rückschnitt, Mulch und natürliche Bodenbedeckung bleibt organisches Material im System und kann sich wieder in Humus verwandeln.
Das hilft dem Boden dabei:
- Wasser besser zu speichern
- Nährstoffe besser zu halten
- sich langfristig zu regenerieren
Studien und Praxisberichte zu DAF zeigen, dass Humusaufbau, Bodenbedeckung und Wasserspeicherung deutlich verbessert werden können.
Ein gesunder Boden ist die Grundlage für gesunden Kakao.
In stabileren, vielfältigeren Systemen können sich Schädlinge und Krankheiten nicht so leicht ungehindert ausbreiten.
Gleichzeitig helfen Schatten, Bodenbedeckung und tiefwurzelnde Pflanzen dabei, das System besser gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen zu schützen.
Das macht Anbau nicht perfekt – aber deutlich widerstandsfähiger.
DAF- und Agroforstsysteme werden deshalb auch als wichtige Antwort auf die zunehmenden Klimarisiken im Kakaoanbau diskutiert.
Dynamischer Agroforst bedeutet nicht nur mehr Vielfalt auf dem Feld – sondern oft auch mehr Vielfalt im Einkommen und in der Ernährung.
Neben Kakao können je nach System auch andere Pflanzen, Früchte oder Nutzbäume Teil des Anbaus sein.
Das reduziert die vollständige Abhängigkeit von nur einer Ernte und nur einem Weltmarktpreis.
Mehr Vielfalt auf der Farm kann auch mehr Stabilität im Leben bedeuten.
Praxisprojekte zu DAF zeigen, dass zusätzliche Produkte wie Bananen, Bohnen, Mais oder Avocado sowohl für Eigenversorgung als auch Verkauf relevant sein können.




Kakao als Klimaretter?
Die Anbausysteme im Vergleich
Konventioneller Kakaoanbau vs. Dynamischer Agroforst
Der Konventionelle Kakaoanbau (links) konzentriert sich auf den Anbau einer einzigen Pflanzensorte, während Dynamischer Agroforst (rechts) ein vielfältiges, naturnahes Anbausystem mit mehreren Pflanzenarten darstellt. Entdecke die Unterschiede in Nachhaltigkeit, Biodiversität und Langzeitrentabilität.
Dynamischer Agroforst (DAF)
Konventioneller Anbau
Vielfältiges, mehrschichtiges System mit Kakao, Schattenbäumen und Begleitpflanzen
Vereinfachte oder monokulturelle Systeme mit geringer Pflanzenvielfalt
Höhere CO₂-Bindung durch Bäume, Humusaufbau und mehr Biomasse
Geringe CO₂-Bindung, häufig verbunden mit Entwaldung und degradierten Böden
Höhere Biodiversität durch vielfältige Pflanzen- und Baumstrukturen
Geringe Biodiversität und Verlust natürlicher Lebensräume
Böden können sich regenerieren und langfristig fruchtbarer bleiben
Gering, Böden werden schneller ausgelaugt und verlieren an Humus
Keine Verwendung von Pestiziden durch stabilere ökologische Kreisläufe
Einsatz von chemischen Pestiziden, Risiken für Umwelt und Farmer:innen
Deutliche höhere Einnahmen durch zusätzliche Kakaoprämien und diversifizierte Einkommensquellen
Geringes Einkommen, hohe Abhängigkeit von einer einzigen Ernte und vom Weltmarktpreis

Konventioneller Anbau

Dynamischer Agroforst
#roadtoclimatepositive
Unser Weg zur Klimapositivität
Mit unserer Road to Climate Positive verfolgen wir ein klares Ziel: klimapositive Schokolade. Also Schokolade so zu produzieren, dass sie langfristig mehr CO₂ bindet, als entlang ihrer Wertschöpfungskette ausgestoßen wird. Für uns bedeutet Klimapositivität deshalb nicht nur, Emissionen zu reduzieren. Es bedeutet, Schokolade als ganzes System neu zu denken – vom Kakaoanbau bis zur Verpackung. Dieser Weg basiert auf mehreren Hebeln, die zusammenwirken.

Solarbetriebene Fabrik
Ein zentraler Hebel liegt dort, wo unsere Schokolade entsteht: in Ghana. Unsere Fabrik wird mit Solarenergie betrieben, um den Energiebedarf der Produktion möglichst emissionsarm zu decken und fossile Energiequellen zu reduzieren. So schaffen wir nicht nur mehr Wertschöpfung am Ursprung – sondern auch eine Produktionsbasis, die besser zur Zukunft passt.
Weniger fossile Energie. Mehr Schokolade am Ursprung.

Verpackungen, die besser zirkulieren können
Auch Verpackung ist Teil der Klimabilanz eines Produkts. Deshalb arbeiten wir daran, Verpackungslösungen einzusetzen, die biologisch abbaubar, recycelbar oder ressourcenschonender sind als herkömmliche Alternativen. Unser Anspruch ist nicht nur, Schokolade besser zu machen – sondern auch die Materialien darum herum.
Weniger Müll. Mehr Verantwortung über das Produkt hinaus.

Regenerative Landwirtschaft
Der größte Hebel liegt dort, wo alles beginnt: auf den Farmen. Mit Dynamischem Agroforst setzen wir auf ein Anbausystem, das Bäume, Pflanzenvielfalt, Bodenaufbau und natürliche Kreisläufe stärkt. So kann Kakaoanbau langfristig nicht nur widerstandsfähiger werden, sondern auch dazu beitragen, mehr CO₂ im System zu binden – über Bäume, Biomasse und gesündere Böden. Für uns ist Dynamischer Agroforst deshalb ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimapositivität.
Mehr Vielfalt auf der Farm bedeutet auch mehr Potenzial für Kohlenstoffbindung.

Klimaneutraler Versand
Auch der Weg zum Kunden zählt. Deshalb arbeiten wir mit Versandlösungen, die die entstehenden Emissionen kompensieren oder klimafreundlicher gestalten, um auch den letzten Teil der Lieferkette verantwortungsvoller abzubilden. Denn Klimawirkung endet nicht an der Fabriktür.
Auch Logistik muss Teil der Lösung sein.
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